Warum bestimmte Substanzen mittels NIRS nicht prüfbar sind – Teil 2

31. Mai 2017 0 Kommentare Apo-Ident, Ausgangsstoffprüfung, Nahinfrarotspektroskopie

Warum sind bestimmte Substanzen mittels NIRS nicht prüfbar – Teil 2

Im ersten Teil zum Thema des Blogartikels haben wir schon einige Voraussetzungen für die sichere und eindeutige Bestimmung von Substanzen mittels Nahinfrarotspektroskopie erläutert. Eine zu geringe Konzentration des Wirkstoffes kann beispielsweise ein Grund sein, warum eine Identifizierung mittels NIRS nicht möglich ist. Zudem müssen die Ausgangsstoffe im nahinfraroten Bereich zum Schwingen angeregt werden können. Weitere wichtige Ursachen möchten wir in unserem zweiten Teil darstellen.

Die  Stabilität der entsprechenden Substanz ist für eine Identifizierung im nahinfraroten Bereich sehr wichtig. Die Bestrahlung mit Licht bedeutet immer eine Zufuhr von Energie. Wenn diese Energiezufuhr die zu untersuchende Substanz verändert, darf sie nicht auf diese Art und Weise untersucht werden, da sonst eine eindeutige Bestimmung nicht möglich ist bzw. unter Umständen sogar ihre Wirksamkeit eingeschränkt sein kann.

Bei der Messung von gehärtetem Erdnussöl, welches seinen Schmelzpunkt bei knapp 40°C hat, kann es während der Messung zu einer Änderung des Aggregatzustandes kommen. Dadurch werden die Streu- und Reflexionseigenschaften der Probe so stark verändert, dass die reproduzierbare Erfassung des Spektrums sehr schwierig ist. Und obwohl diese Änderung des Aggregatzustandes reversibel ist und keinen weiteren Einfluss auf die Verwendung der Substanz als Rezeptur-Ausgangssubstanz hat, ist die Identifizierung mittels NIRS an dieser Stelle nicht geeignet.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass Substanzen und Zubereitungen, die mittels NIRS auf ihre Identität geprüft werden sollen, NIR-aktiv sein müssen, also im Bereich des Nahinfraroten Lichtes Schwingungsbanden aufweisen müssen, eine ausreichende Konzentration des Wirkstoffes enthalten bzw. eine „einzigartige“ Zusammensetzung haben müssen und beim Eintrag von Energie in Form von Licht und Wärme stabil sein müssen. Sind diese drei Voraussetzungen erfüllt, kann HiperScan die Prüfung mittels Apo-Ident ermöglichen.

Betrachtet man beispielsweise Zubereitungen mit Zinkoxid, sind oft nur zwei von den genannten Voraussetzungen gegeben. Die Zubereitungen sind stabil und je nach Zubereitung ist auch ausreichend Wirkstoff enthalten. Allerdings ist dieser Wirkstoff, also Zinkoxid, eine anorganische Verbindung bei der im NIR-Spektrum keine spezifische Signatur zu beobachten ist.

Bei den meisten apothekenüblichen Ausgangsstoffen werden jedoch all diese Voraussetzungen erfüllt und sie sind mittels NIRS prüfbar. NIRS ist dabei ressourcensparrend und schnell, weshalb sie immer weiter auf dem Vormarsch und schon längst keine Seltenheit in den deutschen Apotheken ist.

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