Wissen Sie, wie der Messstempel korrekt angewendet wird?

16. Juni 2017 0 Kommentare Apo-Ident

Das Analysesystem Apo-Ident vereinfacht die Ausgangsstoffprüfung in der Apotheke. Allerdings kann es ohne das entsprechende Zubehör nicht richtig genutzt werden. Der eine oder andere hat sich bestimmt schon gefragt, ob der Messstempel tatsächlich notwendig ist. Wir sagen eindeutig "Ja!". Wie er genutzt wird und warum er notwendig ist, erklären wir in diesem Blogbeitrag.

Bei flüssigen und halbfesten Substanzen kommt der Messstempel, auch Transflexionseinsatz genannt, zum Einsatz - jedoch nicht bei festen Ausgangsstoffen. Dieser dient dazu, dass die Schichtdicke der zu prüfenden Substanzen definiert wird. Zudem verhindert er, dass das Licht durch die Substanz strahlt und somit auch Luft analysiert.

Bevor die Substanz in ein leeres, sauberes Probenglas gefüllt werden kann, wird der Messstempel in das Glas (mit den drei Füßchen nach unten) und beides zusammen auf die Messstelle des Apo-Ident gestellt (Adapterring nicht vergessen). Dann wird eine sogenannte Stempelleermessung durchgeführt. Diese Messung ist notwendig, um mögliche Einflussfaktoren und eventuelle Fertigungstoleranzen beim Spektrum herauszurechnen. Das gleiche gilt für die Referenzierung, die mit Schwarz- und Weißreferenz durchgeführt wird. Dementsprechend wird sichergestellt, dass Apo-Ident als Ergebnis das Spektrum anzeigt, das der gemessenen Substanz entspricht.

Um das Spektrum der Probe zu erhalten, muss diese nach erfolgter Stempelleermessung und Referenzierung in das Probenglas gefüllt werden. Vorher sollte die Substanz im Originalgefäß geschüttelt bzw. gerührt werden, damit keine Phasentrennung auftritt. Abhängig von der Konsistenz der Probe empfehlen wir zwei verschiedene Vorgehen, um die Probe in das Glas zu füllen:

  1. Von Flüssigkeiten werden wenige Tropfen in das Probenglas gegeben. Da anschließend der Messstempel in das Probenglas gestellt wird, sollte keinesfalls zu viel Flüssigkeit verwendet werden. Anderenfalls wird sie nach oben gedrückt und läuft aus dem Probenglas.
  2. Bei halbfesten Substanzen nehmen Sie etwas Probe mit einem Spatel und streichen sie vorsichtig an der Unterseite des Messstempels - also da, wo sich die Füßchen befinden - ab. Auch hier ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Probenmenge verwendet wird.

Bei beiden Varianten ist zu berücksichtigen, dass:

  • möglichst keine Luftbläschen eingeschlossen werden,
  • der Boden des Probenglases vollständig mit der Substanz bedeckt ist,
  • sich zwischen dem Messstempel und der Substanz kein Freiraum bzw. keine Luft befindet (also auch nicht zu wenig Substanz),
  • alle drei Füßchen zu sehen sind.

Ansonsten kann es dazu führen, dass die Substanz nicht erkannt wird. Falls das der Fall ist, können Sie versuchen diese Fehlerquellen zu beheben und die Substanz nochmals zu messen. Allerdings haben Sie mit erfolgter Stempelleermessung lediglich fünf Minuten Zeit, um die Messung abzuschließen. Sind die fünf Minuten verstrichen, ohne dass die Prüfung beendet wurde, muss eine erneute Stempelleermessung durchgeführt werden.

Insgesamt ist die Identifizierung von flüssigen und halbfesten Substanzen bei der richtigen Anwendung kein Hexenwerk. Voraussetzung dabei ist jedoch auch ein sorgfältiger Umgang mit dem Zubehör und eine korrekte Vorgehensweise bei der Reinigung, um z.B. Kratzer zu vermeiden. Sollten trotzdem Fragen oder Probleme bestehen, so steht der Apo-Ident Kundenservice jederzeit zur Verfügung.

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