Praktische Berufsausbildung mit Apo-Ident an der Walther-Rathenau Gewerbeschule in Freiburg

12. April 2019 0 Kommentare Lehre, Apo-Ident, HiperScan GmbH

Interview mit Frau Bianca Ahrens (Studienrätin / Apothekerin / CÜ-Lehrkraft) der Walther-Rathenau Gewerbeschule in Freiburg und Herrn Nils Lindner (Leiter Marketing HiperScan GmbH).

Lindner: Seit wann arbeitet die Walther-Rathenau Gewerbeschule Freiburg mit dem NIR-Analysesystem Apo-Ident?

Ahrens: Wir arbeiten als Schule seit Ende 2013 mit dem NIR-Analysesystem Apo-Ident.

Lindner: Wie sind Sie auf Apo-Ident als NIR-Analysesystem aufmerksam geworden?

Ahrens: Wir sind über Fachliteratur der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ), Pharmazeutische Zeitung (PZ) und Fortbildungen auf das NIR-Analysesystem Apo-Ident als alternatives Identifizierungsverfahren aufmerksam geworden.
    
Lindner: Was ist Lehrinhalt zur Arzneistoffprüfung an Ihrer Schule?

Ahrens: Die Arzneistoffprüfung ist Teil des Lehrplanes und beinhaltet die Prüfung laut Arzneibuch. D.h. Identitätsprüfungen, Reinheitsprüfungen und Gehaltsbestimmungen. Im Detail lernen die Schüler Ionennachweise, Dünnschichtchromatographie, Schmelzpunktbestimmung, Dichtebestimmungen mittels Pyknometer und Aräometer, Bestimmung des Brechungsindex mittels Refraktometer, Titrationen aller Art, Potentiometrie, Harnuntersuchung, Wasseruntersuchung, Defekturprüfung (Extensometer, Grindometer, Gleichförmigkeit der Masse und des Gehalts) und den Exkurs mit dem NIR-Analysesystem Apo-Ident.

Lindner: Wie sind die Erfahrungswerte der Lehrkraft und der Schülerinnen und Schüler im Unterricht?

Ahrens: Es geht schnell und klappt erfahrungsgemäß gut. Wir benötigen wenig Substanz und keine Chemikalien oder Gerätschaften. Außerdem ist das NIR-Analysesystem Apo-Ident platzsparend und man hat wenig Kontakt zu Gefahrstoffen, was für uns im Unterricht ein großer Vorteil ist. Leider ist Apo-Ident aufgrund der NIR-Technologie nicht für alle Substanzen einsetzbar - was beim Anschaffungspreis natürlich ein Nachteil ist. Ähnliche Teedrogen, bestimmte fette Öle und bestimmte Salbengrundlagen sowie anorganische Salze, die unser tägliches Geschäft sind, prüfen wir dann alternativ.

Lindner: In welchem Unterrichtsblock und Ausbildungsjahr nutzen die Schülerinnen und Schüler das Apo-Ident?

Ahrens: Die Schülerinnen und Schüler dürfen das Gerät im Rahmen des Praxisunterrichtes „Chemische Übungen“ im 2. Jahr im Themenblock „Alternative Identifizierungsverfahren“ ausprobieren.

Lindner: Wie schätzen Sie die zunehmende Bedeutung im Apothekenalltag von alternativen Prüfmethoden, wie die Nahinfrarotspektroskopie, ein?

Ahrens: Die Bedeutung nimmt auf jeden Fall zu. Apotheken haben weder Zeit noch Personal, nasschemisch zu prüfen, da der Aufwand in der Rezeptur durch Plausibilitätsprüfung etc. extrem zugenommen hat. Es bdarf effektiver, kostengünstiger, einfacher und sicherer Verfahren, mit denen man möglichst viele Identitätsprüfungen auf einmal erledigen kann, ohne großen Materialverlust oder Chemikalieneinsatz.

Lindner: Konnten Sie mit Apo-Ident die Ausbildung von pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten attraktiver gestalten?

Ahrens: Ich denke alles, was modern und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft ist und die Realität in Apotheken abbildet, gestaltet Ausbildungen attraktiver. Von daher ja.

Lindner: Wie viele pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten haben insgesamt mit dem Apo-Ident in den vergangenen Jahren gearbeitet?

Ahrens: Alle, die unseren Lehrgang besucht haben. Wir haben jedes Jahr ca. 48 Schülerinnen und Schüler im 2. Ausbildungsjahr, dies bedeutet das ca. 300 Schülerinnen und Schüler mit Apo-Ident gelernt haben.

Lindner: Würden Sie anderen Bildungsträgern im Bereich der PTA-Ausbildung ein NIR-Analysesystem weiter empfehlen?

Ahrens: Ich denke, wir sollten unseren Schülerinnen und Schüler alles beibringen, was sie in einem modernen Apothekenlabor erwarten können. Wir bilden nicht nur für die Offizin, sondern auch für Krankenhaus oder Industrie aus. Wenn es im finanziellen Rahmen des Bildungsträgers liegt, dann würde ich es empfehlen.

Lindner: Vielen Dank für das Interview.


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